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Letzte Buch-Veröffentlichungen: 

• Eberhard Th. Haas (Hg.) (2012):
100 Jahre »Totem und Tabu«
Freud und die Fundamente der Kultur

100 Jahre "Totem und Tabu"


ISBN 978-3-8379-2092-5
Psychosozial-Verlag, Gießen

www.psychosozial-verlag.de




»Freuds Totem und Tabu gehört zu jenen Büchern, die alt werden müssen, um in ihrer Radikalität erkannt zu werden. Wenn wir heute von einem Buch sagen, es sei radikal, so meinen wir, daß es wichtige Probleme unserer Gegenwart in ein klares und scharfes Licht taucht.«
Mario Erdheim

Freuds Kulturauffassung, die er zeit seines Lebens vertrat, lässt sich als maßgeblichen Beitrag zu einer allgemeinen Theorie des Opferrituals ansehen. 100 Jahre nach Erscheinen von Totem und Tabu ist dieses Buch immer noch Gegenstand heftiger und fruchtbarer Kontroversen. Gerade in den Humanwissenschaften hat das Thema »Ritual« erneut besondere Aktualität gewonnen.

Die Debatte wird im vorliegenden Band von Kulturwissenschaftlern verschiedener Disziplinen fortgeführt und um erstmals ins Deutsche übersetzte Texte ergänzt. Die hier versammelten Aufsätze sind den zentrifugalen Kräften des Spezialistentums entgegengerichtet und haben das Potenzial zu einer Theoriesynthese.

Mit Beiträgen von Elizabeth Bott Spillius, Ulrike Brunotte, Paula Elkisch, Robin Fox, René Girard, Eberhard Th. Haas, Alfred L. Kroeber, Cyril Levitt, Margaret Mead, Wolfgang Palaver, Uwe C. Steiner und Herbert Will


Werbeblattes des Psychosozial-Verlag

 

• Eberhard Th. Haas (2009):
Das Rätsel des Sündenbocks
Zur Entschlüsselung einer grundlegenden kulturellen Figur

Das Rätsel des Sündenbocks


ISBN 978-3-8379-2001-7
Psychosozial-Verlag, Gießen

www.psychosozial-verlag.de




"Das Wort Code oder Kodex hat ursprünglich eine auf Recht und Gesetz zielende Bedeutung, so dass es nicht abwegig ist, analog zum Code civil von einem kulturellen Code zu sprechen. Heute, in einer von den Biowissenschaften dominierten Zeit, wird die Aufklärung über Homo sapiens jedoch eher von der Dechiffrierung der genetischen Codes erwartet. Der kulturelle Code hat in einem weit umfassenderen Sinn verborgene Dimensionen, die es zu entschlüsseln gilt und in deren Zentrum eine tragische Figur, der Sündenbock, steht. ..."

Auszug aus dem Vorwort

 

 

Weitere Informationen zum Buch finden Sie in der Rubrik 'Downloads'

• Haas, E. Th. (2006):
Transzendenzverlust und Melancholie
Depression und Sucht im Schatten der Aufklärung

Transzendenzverlust und Melancholie


ISBN 3-89806-500-6
Psychosozial-Verlag, Gießen

www.psychosozial-verlag.de




Die wissenschaftlichen Revolutionen, verbunden mit den Namen Kopernikus und Darwin, enthalten eine metaphysische Sprengkraft, die immer nachhaltiger in die privateste Sphäre eingedrungen ist. Die Rede vom »Tod Gottes« ist keineswegs nur eine akademische Frage. Die Emanzipation aus religiöser Bevormundung wird heute zunehmend infrage gestellt, denn mit ihr ging ein kollektive und individuelle Gewalterfahrungen transformierender Behälter verloren. Der Prozess der Säkularisierung enthält eine Dialektik, deren Schattenseite zunehmend gespürt und als Psychopathologie erlitten wird. Dieser Transzendenzverlust steht in Verbindung mit Depressionen und Süchten. Früher war Wissen um Lebenstatsachen in der Sprache der Religion aufbewahrt; heute begreift man, dass deren Gehalt – wir zehren immer noch davon – nicht schadlos suspendiert werden darf. Man hat begonnen, dieses Wissen in eine nichtreligiöse Sprache zu übersetzen. Dieser Aufgabe widmet sich auch dieses Buch, eingebunden in eine kohärente Kulturtheorie und mithilfe der Sprache der Psychoanalyse, die dafür die reichhaltigste Semantik besitzt.

 


• Haas, E. Th. (2002)
...und Freud hat doch recht.
Die Entstehung der Kultur durch Transformation der Gewalt


2. Auflage 2005; auch als Lizenzausgabe bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft.

...und Freud hat doch Recht.


ISBN 3-89806-169-8
Psychosozial-Verlag, Gießen

www.psychosozial-verlag.de

 




Kultur in ihren Anfängen ist verborgen, und das aus einer inneren Notwendigkeit heraus. Die in ihr zu transformierende Gewalt wird zunächst als äußerst unrein und vergiftend empfunden, um dann jedoch eine Sakralisierung zu erfahren. Damit entfernt sie sich bis zur Unkenntlichkeit von ihren Ursprüngen. Auf diese Weise entstehen die Imagines des Heiligen: Moral, Religion, Kunst, die aber – dem Gegensinn der Urworte folgend – zu dem ursprünglichen Gewaltereignis eine komplementäre Beziehung behalten. All diesen Verschleierungen und Verklärungen zum Trotz gelang Freud ein erster schonungsloser Blick auf diese Kultur hervorbringenden Urvorgänge, nicht zuletzt deswegen, weil seine Erfahrungen mit dem psychisch Frühen aus den Patientenanalysen ihm die Richtung wiesen.
Das Buch führt die in Totem und Tabu unternommene Synthese fort, verbindet sie mit neueren kulturtheoretischen Ansätzen und integriert die kulturstiftende Arbeit der Trauer. Damit widerspricht es auch dem Veto, das Totem und Tabu von Anbeginn an erfahren hat.